Kaffee


Kaffee

Kaffee, Kaffeebaum (Coffĕa), Pflanzengattg. der Rubiazeen mit 29 Arten im trop. Afrika und Asien, von denen zwei kultiviert werden: C. arabĭca L. [Tafel: Nutzpflanzen I, 1], im südl. Abessinien, und C. liberĭca Hiern., an der Westküste Afrikas heimisch, beide fast in allen wärmern Gegenden angebaut. Der in der Kultur strauchförmige K. hat immergrüne Blätter, weiße, in Knäueln stehende Blüten und bei der Reife karminrote Beeren, in deren Fleisch zwei (selten nur ein) Samen (Kaffeebohnen) liegen. Die Beeren werden gesammelt, getrocknet, und die Bohnen durch Stampfen oder Schälmaschinen von dem Fleisch befreit und dann in Säcken verschickt. Man unterscheidet den am meisten geschätzten Mokka-K. aus Arabien, den Java- und Celebes-(Menado-)K., den ind. K. (Madras-, Maisur-, Nilgiri-K.), den Liberia-K. von der Westküste Afrikas, den K. aus Zentralamerika (Costa Rica, Guatemala, Salvador und Mexiko), den brasil. K. (Rio- und Santos-K.), sowie den Bogota-und Cucuta-K. aus Venezuela und Kolumbien. Der Kaffeeverbrauch im Deutschen Reich beträgt jährl. etwa 3 kg auf den Kopf der Bevölkerung. Zur Benutzung des K. werden die Bohnen in einem verschlossenen Hohlzylinder (Kaffeetrommel) geröstet, wobei sie 15-20 Proz. ihres Gewichts verlieren und um ca. 30 Proz. ihres Volumens zunehmen, sodann gemahlen und mit siedendem Wasser übergossen. Der K. wirkt bes. durch seinen Gehalt an Kaffeïn (s.d.) erregend auf das Nervensystem, erzeugt bei reizbaren Personen Blutwallungen und Herzklopfen und wird wegen seiner Wirkung auf die Herztätigkeit in stärker Konzentration mit Erfolg bei Herzschwäche angewandt. Er wird oft verfälscht und durch andere Substanzen (s. Kaffeesurrogate) ersetzt. Die eigentliche Heimat des K. ist wohl das südl. Abessinien; nach Arabien kam er im 15. Jahrh., nach Konstantinopel zuerst 1517, nach Italien 1592, nach Deutschland um 1670. – Vgl. Hensel und Haenert (3. Aufl. 1895), »Der K.« (hg. vom Kaiserl. Gesundheitsamt, 1903), Garvens jr. (1905).


http://www.zeno.org/Brockhaus-1911. 1911.

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  • Kaffee — Kaffee: Die letzte sicher zu ermittelnde Quelle für die Bezeichnung des anregenden Getränks ist arab. qahwa, das sowohl »Wein« als auch »Kaffee« bedeuten konnte. Venezianische Kaufleute brachten als Erste den Kaffee mit seinem arab. Namen im… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Kaffee — (nach dem türkischen Worte Kahveh, aus Samen bereitetes Getränk, od. von Kassa), I. der Kaffeebaum (Coffea arabica L.), zur Familie der Rubiaceae Coffeaceae Psychotricae Coffeeae gehörig, ist ursprünglich in der Alten Welt einheimisch, u. zwar… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Kaffee — Kaffee, s. Kaffeebaum. Deutscher K., s. Cichorium; schwedischer K., s. Astragalus; K. vom Sudân, s. Inga …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Kaffee — Sm std. (17. Jh.) Entlehnung. Entlehnt aus frz. café, dieses aus it. caffé, aus türk. kahve, aus arab. qahwa. Café Kaffeehaus ist eine Entlehnung des 19. Jhs. aus derselben Quelle.    Ebenso ne. coffee, nfrz. café, nndl. koffie, nschw. kaffe,… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Kaffee — (der) …   Kölsch Dialekt Lexikon

  • Kaffee — Catucaí Kaffeebaum Rohe Kaffeebohnen …   Deutsch Wikipedia

  • Kaffee — Käffchen (umgangssprachlich); Wachmacher (umgangssprachlich) * * * Kaf|fee [ kafe], der; s, s: 1. tropische Pflanze, deren Früchte den Kaffee (2) enthalten: auf den Plantagen wird Kaffee angepflanzt. 2. Samen, der die Form einer Bohne hat und der …   Universal-Lexikon

  • Kaffee — 1. Bann (wenn) me sprecht: Kaffée, Schossée, Adje, da hat me ke gût Zeit mé. (Meiningen.) – Frommann, II, 410. 2. Der Kaffe ist gut, wie viel Quart von der Bohne? Spottlob auf mehr langen als kräftigen Kaffee. 3. Ein Kaffee ohne Schnupftaback es… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Kaffee — Kạf|fee 〈a. [ ′ ] m.; Gen.: s, Pl.: s〉 1. 〈unz.〉 Samen des Kaffeestrauches, Kaffeebohnen; gebrannter, gemahlener, gerösteter, grüner Kaffee 2. 〈zählb.〉 Getränk aus gerösteten Kaffeebohnen; eine Tasse, ein Kännchen Kaffee; bitte drei (Tassen)… …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch